DIE GESCHICHTE VON STROH ALS BAUSTOFF

Stroh als Baumaterial ist schon in den ersten Gebäuden

der Menschheit zum Einsatz gekommen. Als nachwachsender Rohstoff ist er wie Holz praktisch immer verfügbar.

Ursprung

Im späten 19. Jahrhundert begann das Bauen mit Stroh in den USA mit der Erfindung von Strohballenpressen. Die ersten Strohballenhäuser entstanden in Nebraska, einem holzarmen Gebiet mit großen Getreidefeldern. Bei diesen Strohballenhäusern trugen die Strohwände die Last der Dachkonstruktion. Diese Konstruktion wird bis heute als Nebraska-Stil oder lasttragender Strohballenbau bezeichnet. Erstmals 1936 wurde ein zweigeschossiges Strohballenhaus mit tragendem Holzständerwerk gebaut mit Stroh als Wandbildner und Dämmstoff.

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Wiederentdeckung

Gegen Ende der 70er Jahre entdeckte die alternative Szene Nordamerikas den Baustoff Stroh wieder und in den USA und in Kanada entstanden zahlreiche strohgedämmte Gebäude. 1994 erschien ein Standardwerk: “The Straw Bale House“ von Athena und Bill Steen, David Bainbridge und David Eisenberg. Ausgehend von Nordamerika fand der Strohballenbau Nachahmer in aller Welt, auch in Europa.

Zukunft

Inzwischen gibt es in vielen europäischen Länder eine Strohbauszene. In Deutschland wurde 2002 der Fachverband Strohballenbau Deutschland gegründet. Dank erfolgreicher Grundlagenarbeit gibt es heute für den Strohballenbau eine bauaufsichtliche Anerkennung. Die Anzahl strohgedämmter Gebäude in Deutschland werden immer mehr. 2019 sind in Deutschland schätzungsweise 450 strohgedämmte Gebäude errichtet worden. Es gibt gute Gründe, zukünftig deutlich mehr mit Stroh zu bauen, allen voran die hervorragende Ökobilanz strohgedämmter Gebäude.

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